Informationen rund um den Energieausweis

Ist mein (potentielles) Eigenheim energieeffizient?

Bei der Suche nach einem geeigneten Eigenheim stellt sich oft die Frage nach dem Energieverbrauch des Gebäudes. Wertvolle Hinweise über die Energieeffizienz gibt der sogenannte Energieausweis, denn dieser liefert nicht nur Informationen zum energetischen Zustand der Immobilie und zur Erstellung von Immobilienanzeigen, sondern ist auch eine Orientierungshilfe für eine energetische Modernisierung.
Der Energieausweis, auch Energiepass oder Energiesparausweis genannt, zeigt auf, wie viel Energie in einem Haus oder einer Wohnung verbraucht wird und gibt Aufschluss darüber, wie hoch die zukünftigen Kosten für Heizung und Warmwasser sein können. Das Dokument unterliegt der Energieeinsparverordnung, abgekürzt EnEV und bietet durch eine Vielzahl von Kennzahlen eine einheitliche Möglichkeit, um Gebäude unkompliziert und bundesweit vergleichen zu können.

Was sagt der Energieausweis über den Energiebedarf/-verbrauch aus?

Grundsätzlich gilt: Die Werte aus dem Energieausweis sagen nur bedingt etwas über den tatsächlichen Energiebedarf bzw. Verbrauch aus. Unterschiedliche Faktoren sollten deshalb beachtet werden: Der Energieausweis bezieht sich stets auf das ganze Gebäude, einzelne Wohnungen werden nicht bewertet. Sie sollten deshalb immer im Hinterkopf haben, dass unterschiedliche Räume unterschiedlich viel Energie verbrauchen und der Verbrauch ebenfalls abhängig von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen zu betrachten ist. Zum Beispiel hat eine fünfköpfige Familie einen höheren Energiebedarf als ein Paar.

Wann brauchen Sie einen Energieausweis?

Gemäß der aktuellen Energiesparverordnung ist der Energieausweis für Neubauten, aber auch nach umfangreichen Um- und Anbauten Pflicht und muss beim Deutschen Institut für Bautechnik registriert werden. Für Bestandsgebäude besteht die Ausweispflicht nur bei Verkauf oder Vermietung. Wichtig ist dabei, dass bereits im Inserat Angaben aus dem Energieausweis gemacht werden müssen. Auch bei Haus- und Wohnungsbesichtigungen ist es notwendig, den Energiepass bereit zu halten. Es drohen Bußgelder bis zu 15.000 Euro, wenn kein, ein unvollständiger oder ungültiger Energieausweis, der nicht der EnEV entspricht, vorgelegt wird. Keinen Energieausweis benötigen hingegen Baudenkmäler oder Immobilien, die vom Eigentümer selbst genutzt werden sowie Ferienhäuser, die nicht regelmäßig geheizt oder bewohnt werden.

Unterscheidung Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis

Es gibt zwei Varianten des Energieausweises, den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Ihnen liegen unterschiedliche Bewertungsmethoden zugrunde. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Beide Ausweise sind zehn Jahre gültig.

Der Verbrauchsausweis richtet sich nach den Energieverbrauchswerten für Heizung und Warmwasser der vergangenen drei Jahre und kann unter Angabe der benötigten Verbrauchsdaten des Gebäudes (Heizkostenabrechnung) im Internet angefordert werden. Um die Qualität des Ausweises sicherzustellen, sollte vorab die Seriosität des Anbieters überprüft werden. Die Kosten belaufen sich dabei auf ca. 100€. Je höher diese Energieverbrauchswerte liegen, desto schlechter der energetische Zustand des Gebäudes. Der Verbrauch an Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche ist allerdings abhängig von dem jeweiligen Verbrauch der Bewohner. Das ist aber nicht die einzige Schwäche. Hinzu kommt, dass bei der Bewertung nicht darauf eingegangen wird, wann ein Bewohner welches Zimmer genutzt oder bei welcher Durchschnittstemperatur er das Haus bewohnt hat. Daher ist der Verbrauchsausweis nur bedingt als Einschätzungsgrundlage geeignet.

Im Gegensatz zum Verbrauchsausweis stellt der Bedarfsausweis den Energiebedarf unabhängig vom Nutzerverhalten dar. Für diese Berechnung bewertet ein Energieberater vor Ort den Zustand von Außenwänden, Dach, Fenstern sowie der Heizung und der Haustechnik. Der Bedarfsausweis ist wesentlich ausführlicher und bewertet nicht nur die Energieeffizienz des Gebäudes, sondern enthält zusätzlich Modernisierungsempfehlungen. Die Erstellung darf dabei nur von zertifizierten Fachleuten wie Architekten, Innenarchitekten, Bauingenieuren, Bautechnikern, Gebäudeenergieberatern im Handwerk und ausgebildeten Energieberatern erfolgen. Wer vor der Prüfung durch einen Energieberater bereits einen Blick in seinen Bedarfsausweis werfen möchte, kann einen Großteil der erforderlichen Daten für eine Vorabversion online eintragen. Nach der Vor-Ort-Prüfung der Angaben durch einen Experten erhalten Sie die finale Version. Ungefähr 400 Euro müssen Hausbesitzer und Wohnungseigentümer dafür einkalkulieren. Doch auch der Bedarfsausweis ist kritisch zu betrachten, denn bei der Berechnung werden je nach Fachexperte unterschiedliche Berechnungsmethoden gewählt. Und weil allein durch eine Betrachtung von außen, beispielsweise der Dämmeffekt der Wände gar nicht genau betrachtet werden kann, stellt der Bedarfsausweis nur einen groben Näherungswert zum tatsächlichen Energieverbrauch dar. Abgesehen davon fließen auch Faktoren, wie beispielsweise die Witterungsverhältnisse oder der Standort der Immobilie gar nicht in die Bewertung mit ein.

Wie läuft die Ausstellung des Ausweises ab?

Die Beauftragung des Verbrauchsausweises kann kostengünstig über Online-Anbieter erfolgen. Voraussetzung ist die Bereitstellung aller erforderlichen Daten zum Gebäude, der Heizung und dem Verbrauch. Der abgefragte Datenumfang variiert je nach Anbieter und wird nach der Bereitstellung auf Plausibilität geprüft, bevor der fertige Energieausweis per Post oder via E-Mail verschickt oder via Download bereitgestellt wird. Für die Erstellung des Bedarfsausweises vereinbaren Sie einen Termin mit einem Energieberater, der das Objekt besichtigt (evtl. Fotos macht) und sich die Heizungsanlage sowie Warmwasserbereitung ansieht. Folgende Informationen sollten Sie zum Besichtigungstermin bereithalten bzw. vorab zur Verfügung stellen.

  • Baujahr
  • Baupläne
  • Messprotokolle
  • Wohnfläche
  • Heizungsanlage (Art der Heizung und Baujahr) sowie Solarthermie (Fläche und Baujahr)
  • Dämmmaßnahmen (Dämmstärke und Baujahr)
  • Modernisierungsmaßnahmen (Jahr und Art der Durchführung)
  • Wärmeschutznachweis (nur für Objekte die nach 2000 gebaut wurden)

Wie sieht der Energieausweis aus?

Die Angaben über die Energieeffizienzklassen werden auf farbigen Skalen mit Kennwerten von A+ bis H gemacht. Gebäude, die sich im roten bzw. mit H gekennzeichneten Bereich befinden, haben einen hohen Energieverbrauch, während Immobilien im grünen Bereich mit der Kennzeichnung A+ über einen besonders niedrigen Energieverbrauch verfügen. Eine ähnliche Bewertung kennen Sie vielleicht von Waschmaschinen oder Elektrogeräten. Während die Einteilung in die Energieeffizienzklassen bei Haushaltsgeräten relativ eindeutig ist, warnen Experten vor einer Fehleinschätzung beim Energieausweis. Die Energiekosten für die Bewohner können bei Gebäuden mit der gleichen Energieeffizienzklasse sehr unterschiedlich sein. Bewertungsgrundlage ist nämlich nur der Energieverbrauch beziehungsweise Energiebedarf des Gebäudes. Mit welchem Energieträger der Verbrauch gedeckt wurde hat keinen Einfluss auf die Energieeffizienzklassen. Der Bewohner kann somit die Kosten für den Energiebedarf aus der Energieeffizienzklasse nicht ableiten.

Exemplarisch im Bild dargestellt ist der Bedarfsausweis. Bedarfs- und Verbrauchsausweis sehen sich grundsätzlich sehr ähnlich.

Schlechte Werte, was nun?

Befindet sich Ihre eigene oder die zu erwerbende Immobilie im roten Bereich der Bewertungsskala? Dann sollte dieses Gebäude dringend saniert werden.

Fragen Sie den Eigentümer oder Makler vor dem Kauf der Immobilie, was in den letzten Jahren unternommen wurde, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern: Wurde die Heizungsanlage erneuert? Wurden Fenster ausgetauscht, Dach oder Kellerdecke gedämmt? In Kombination mit den Informationen aus dem Energieausweis können Sie als potenzieller Käufer abschätzen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung sowie bei Bedarf für Modernisierungen. 

Der Energieausweis hilft Ihnen dabei, denn er enthält nicht nur wichtige Hinweise zur Reduzierung Ihres Energieverbrauchs, sondern gibt auch konkrete Vorschläge für Sanierungsmaßnahmen vor. So finden Sie den idealen Einstieg zur energetischen Modernisierung der (potentiellen) eigenen vier Wände. Egal ob Sie Ihr Dach oder Ihr Badezimmer sanieren wollen, mit einem Modernisierungskredit der PSD Bank Nord bleiben Sie in Ihrer Planung flexibel. Unsere Finanzierungsexperten beraten Sie auch zu Fördermöglichkeiten für energieeffizientes Sanieren. Sprechen Sie uns an. Wir sind nur einen Anruf weit entfernt.

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