Energieeffizientes Bauen

Ein umweltbewusster Lebensstandard findet auch in den eigenen vier Wänden statt. Dazu zählt auch energieeffizientes Bauen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass jedes neu gebaute Wohngebäude die Mindeststandards gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen muss. Bauherren legen damit den Grundstein für eine optimale Ausnutzung der Energieressourcen und leisten einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Was konkret bedeutet energieeffizientes Bauen?

Energieeffizientes Bauen hat eine nachhaltige Senkung der Energiekosten zum Ziel. Damit verbunden ist eine Schonung der natürlichen Ressourcen und der daraus resultierende Schutz der Umwelt und Natur. Wie viel Energie ein Haus benötigt, wird individuell ermittelt und als sogenannter Jahres-Primärenergiebedarf im Energieausweis festgehalten. Als Primärenergie wird die Energie bezeichnet, die in einer natürlich vorkommenden Energiequelle steckt. Bei Strom zählen hierzu beispielsweise Energie aus Wind, Wasser und Gezeiten, aber auch aus Verbrennung oder Kernspaltung. Ein Teil der Primärenergie wird an die Umwelt abgegeben, um beispielsweise das Atomkraftwerk zu kühlen. Der verbleibende Strom wird dann Sekundärenergie genannt, bei dem ebenfalls durch den Transport Verluste entstehen. Die Energie, die am Ende in Ihrer Immobilie ankommt, heißt Endenergie. Auch hier können die Verluste enorm sein. Bei einer herkömmlichen Glühbirne werden nur 10 Prozent der Energie in Licht umgewandelt und aus den restlichen 90 Prozent entsteht Wärme. Bei einer Energiesparlampe sind es immerhin nur noch 50 Prozent. Die Energie, die für den gewünschten Effekt genutzt wird, nennt sich schließlich Nutzenergie.

Um ein Haus energieeffizient zu bauen, sind zwei Dinge wichtig:

  1. Effiziente Umwandlung von Primärenergie in Nutzenergie durch erneuerbare Energien
  2. Effektive Verwendung der Nutzenergie beispielsweise durch eine gute Wärmedämmung oder die Verwendung von energiesparenden Geräten 

Gesetzliche Vorgaben

Jeder Neubau muss heute als energieeffiziente Immobilie geplant und gebaut werden. Dabei sind die gültigen gesetzlichen Vorgaben zwingend einzuhalten. Sie ergeben sich aus der Energieeinsparverordnung und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz.

  • Energieeinsparverordnung (EnEV): Die Energieeinsparverordnung ist ein Bestandteil der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. In der EnEV sind die Obergrenzen für den Primärenergiebedarf von Neubauten festgelegt. Der Primärenergiebedarf wird für jedes Haus unter Berücksichtigung der Größe, der Form und der Lage des Gebäudes individuell ermittelt. Diese Kennzahl wird für jeden Neubau im Energiebedarfsausweis erfasst und dient zur besseren Vergleichbarkeit der energetischen Qualität von Gebäuden.
  • Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG): Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz schreibt vor, dass beim Neubau von Wohnbauten ein Teil des Wärmebedarfs (15 bis 50 Prozent) über erneuerbare Energien abgedeckt werden muss. Der regenerativen Energieträger ist für den Bauherrn frei wählbar. Alternativ kann aber auch die Energieeffizienz des Gebäudes erhöht werden. Welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Anforderungen zu erfüllen, steht dem Eigentümer frei. Bei der Umsetzung sind die individuellen Regelungen der Bundesländer zu beachten.

Einteilung in Gebäude­kategorien und Energie­effizienz­klassen

Der energetische Standard bildet die Grundlage für die Einteilung in bestimmte Gebäudekategorien. In der Praxis wird zwischen folgenden Kategorien unterschieden:

  • Passivhaus (Der Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter darf innerhalb eines Jahres nicht überschritten werden.)
  • Nullenergiehaus (Der externe Energiebezug einer Immobilie wird durch den eigenen Energiegewinn (z. B. durch Solaranlagen etc.) erreicht.)
  • Energie-Plus-Haus (Im oder am Haus wird die benötigte Energie für Heizung und Warmwasser selbst gewonnen.)
  • Energieautarkes Haus (Direkte Nutzung von Solarenergie, die Stromversorgung ist unabhängig vom Energienetz.)
  • Niedrigenergiehaus (Unterschreitet Anforderungen des festgelegten Energiestandards für Neu- oder sanierte Altbauten.)
  • 3-Liter-Haus (70% weniger Energie gegenüber den Anforderungen der EnEV durch drei Liter Heizöl pro qm und Jahr für Heizung und Lüftung.)
  • EnEV-Gebäude/ Referenzhaus (Beispielhaus, das die Vorgaben der Energieeinsparverordnung zeigt.)
  • KfW-Effizienzhaus (Wird durch Kennzahlen, beispielsweise 55, 85 und 100, in unterschiedliche Standards unterteilt. Eine kleinere Kennzahl bedeutet einen geringeren Energie­bedarf der Immobilie und somit eine höhere Förderung der KfW. KfW-Effizienzhaus 100 entspricht den Vorgaben der EnEV und ist gleichzusetzen mit dem Referenzhaus. Ein KfW-Effizienzhaus 55 beispielsweise benötigt 55 Prozent der Energie des Referenzgebäudes. Aktuell bietet die KfW Effizienzhausklassen 55, 40 und 40Plus an.)

Unterscheidung in Energie­effizienz­klassen

Seit 2014 zeigt der Energieausweis einer Immobilie die Energieeffizienzklasse an. Die Unterteilung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge und ähnelt den Energieeffizienzklassen bei Haushaltsgeräten. Die Tabelle zeigt die Energieeffizienzklasse und den zugehörigen Energiebedarf bzw. -verbrauch. Immobilien mit der Klasse A haben einen sehr niedrigen Energiewert und werden auch als Passivhäuser bezeichnet. Ihr Eigenheim sollte mindestens Energieeffizienzklasse B haben, Objekte dieser Kategorie nennt man auch KfW-60 Haus oder 3-Liter-Haus.

Maßnahmen zur Umsetzung der Energiestandards

Energieeffizientes und ökologisches Bauen beginnt bereits in der Planungsphase. Jeder Quadratmeter weniger Wohnfläche spart Energie. Bei der Auswahl des Standortes sollte bezüglich der Ausrichtung geprüft werden, inwieweit die Sonneneinstrahlung zur Energiegewinnung und Wind zur passiven Kühlung genutzt werden kann. Auch die Bauform hat Einfluss auf die Energiebilanz des Gebäudes. Das klassische Einfamilienhaus hat bei gleicher Quadratmeterzahl an Wohnfläche den höchsten Energiebedarf gefolgt von der Doppelhaushälfte, dem Reihenmittelhaus und dem Mehrfamilienhaus.

Um eine hohe Energieeffizienz zu erzielen, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Neben einer fachgerecht aufgebrachten Wärmedämmung zählen der Einbau von Fenstern mit Wärmeschutzverglasung, einer Heizung mit hohem Wirkungsgrad und einer modernen Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung dazu.

Vorteile und Nachteile des energieeffizienten Bauens

Wer sich dafür entscheidet energieeffizient zu bauen, der kann nicht nur Energiekosten sparen, sondern auch den Wert der eigenen Immobilie steigern. Hinzu kommt natürlich der Schutz der Umwelt und die Steigerung des eigenen Wohnkomforts. Durch die Nutzung von beispielsweise Photovoltaikanlagen auf dem Dach machen Sie sich unabhängiger von Energiedienstleistern und minimieren so Ihr Energiepreisänderungsrisiko. Außerdem haben Sie die Möglichkeit von Fördergeldern zu profitieren. Trotzdem sollten Sie nicht vergessen, dass energieeffizientes Bauen vergleichsweise teurer ist. Zudem müssen strenge Auflagen eingehalten werden. Auch die Planung und Umsetzung von energiesparenden Maßnahmen erfordert komplexes Fachwissen. Bauherren sollten somit immer einen Energieexperten zurate ziehen. Der Spezialist ist mit den gesetzlichen Bestimmungen vertraut und schlägt die geeigneten Maßnahmen vor.

Flexible Baufinanzierung durch die PSD Bank Nord

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Energieeffizientes Bauen: Förderung durch die KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert mit ihrem Kreditprogramm „Energieeffizient Bauen“ finanziell den Neubau von Effizienzhäusern. Die Förderung der staatlichen Institution bezieht sich aktuell auf die Standards KfW-Effizienzhaus 40, KfW-Effizienzhaus 40+ und KfW-Effizienzhaus 55. Um in den Genuss einer staatlichen Förderung für den Neubau zu kommen, müssen Sie einen Energieberater hinzuziehen, um die Umsetzung angewandter Maßnahmen belegen zu können. Die PSD BaufinanzierungFlex ist mit einer KfW-Förderung kombinierbar.